Ortsverband Wegberg
Kreis Heinsberg
Fahrradschnellwegenetz in Wegberg und Umgebung
Fahrrad fahren ist schön, wenn es nicht so gefährlich wäre. Wir wollen nach niederländischem Vorbild Fahrradschnellwege schaffen, die Wegberg mit Erkelenz, Mönchengladbach, Wassenberg und die Niederlande verbinden. Fahrradschnellwege (Snelfietsroute) sind Fahrradwege, die weitgehend kreuzungsfrei und breit ausgebaut sind und über einen leisen, leicht rollenden Straßenbelag verfügen. Fahrradschnellwege kommen dem Berufsverkehr (Pendlern) und dem Tourismus zugute. Die Niederlande verfügen über ein landesweites Netz von 'Snelfietsroutes'. Ein Beispiel, das auch bei uns Schule machen sollte. Genauere Vorschläge für den Ausbau eines Streckennetzes in Wegberg folgen in Kürze.
Ausbau des Öffentlichen PersonenNahVerkehrs
Schienengebundener Nahverkehr
Wohl dem, der an der Bahnlinie Aachen- Mönchengladbach wohnt. Hier bietet die Deutsche Bahn und der AVV mit den Regionalzügen nach Duisburg und Dortmund für die Fahrgäste einen ausreichenden 30 Minuten-Takt an, wenn die Züge einmal pünktlich sind. Auch die Stadt Heinsberg wird bis 2015 durch die Reaktivierung der Schienenstrecke Lindern – Heinsberg in den Genuss einer komfortablen Eisenbahnverbindung nach Aachen kommen. Mittelfristig ist der Lückenschluss von Lindern nach Linnich an die Rurtalbahn anzustreben, um so eine lückenlose und attraktive Nord-Süd-Verbindung über Düren bis in die Eifel herzustellen.
Die Strecke Baal- Ratheim ist leider nicht mehr zu retten. Auch hier haben die Grünen intensiv im Kreis für den Erhalt der Strecke geworben. Leider ist hier ist vor allem die Weigerung der Stadt Hückelhoven zu nennen, die keinerlei Interesse am Fortbestand der Strecke signalisiert hat. Im Gegenteil: Ein Teil der vorhandenen Trasse wird von der L117n überbaut werden.
Auf der Strecke Wegberg – Dahlheim sind dringend Investitionen in die Infrastruktur wie den Bahnhöfen sowie ein ausgeweiteter Fahrplan im Stundentakt anzustreben. Mittelfristig setzen sich die Bündnisgrünen für eine Verlängerung der Linie für den Personenverkehr bis nach Roermond ein.
Multibus und Stadtbus
Der Multibus bietet seit Januar im Kreis die Möglichkeit, nach rechtzeitiger Voranmeldung den Nutzern samstags von 6.30 bis 18.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 9.00 bis 18.00 Uhr auf Abruf zur Verfügung. Bündnis 90/DIE GRÜNEN sind aber der Ansicht, dass dieses Konzept nur für Randlagen von Interesse ist. In Kernzonen bzw. verdichteten Räumen wie den Mittelzentren wie z.B. Erkelenz, Wegberg, Heinsberg oder Hückelhoven sprechen sich die Grünen für eine Grundversorgung durch Stadtbuslinien wochentags nach 20.00 bzw. an Wochenenden aus. Dabei ist darauf zu achten, dass eine enge Anbindung an das regionale Schienennetz gewährleistet ist.
Freizeitbus
Nach zähem Ringen im Umwelt- und Vekehrsausschuss ist es den Grünen 2008 gelungen, mithilfe der Dürener Kreisbahn DKB den von Jülich nach Himmerich verkehrenden Discobus zumindest auch für das Stadtgebiet Hückelhoven zunächst für ein Jahr auszudehnen. Besser wäre natürlich ein kreiseigener Freizeitbus, der den Jugendlichen an Wochenenden zum Beispiel den Besuch der Disco oder des Kinos ermöglicht.
Ebenso gibt es während des ganzen Jahres im gesamten Kreisgebiet regelmäßige Großveranstaltungen, die in der Regel nur mit dem PKW (z.B. Haus Hohenbusch) zu erreichen sind. Hier ist das Vekehrsunternehmen West gefordert, durch einen bedarfsgesteuerten Freizeitverkehr diesen potenziellen Bedarf an Fahrgelegenheiten gezielt zu bedienen.
Die Grünen begrüßen ausdrücklich die Überlegungen der Verwaltung, die touristisch interessanten Zielpunkte kreisweit (Selfkantbahn, Naturpark Schwalm-Nette, Effelder Badesee, Freizeitgebiet Lago LaPrello) als auch in den Niederlanden (Snoworld, Gaja-Park, MondoVerde, Megaland) regelmäßig vor allem in den Sommermonaten an den Wochenenden und während der Ferien mit einem Freizeitbus zu bedienen.
SchoolPlus-Ticket
Der Schülerverkehr bildet das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs im Kreis Heinsberg. Bündnis 90/DIE GRÜNEN haben schon mehrfach versucht, dieses Ticket für Schüler kreisweit einzuführen. Leider bisher vergeblich. Denn es könnten plötzlich zu viele Schüler werden, die das spärliche Fahrangebot nutzen möchten und mangels Masse ihre Ansprüche nach Mobilität geltend machen. Dabei sind Schüler die beste Zielgruppe, eine bessere Auslastung der Busse zu gewährleisten. Sie sind Busfahren gewohnt, kennen die Linienwege und Verknüpfungspunkte. Mit dem SchoolPlus-Ticket wären die Schüler in der Lage, im ganzen AVV-Gebiet das Bus- und Bahnangebot beliebig zu nutzen. Das ist Mobilität. Bündnis 90/DIE GRÜNE werden eine neue Initiative zum SchoolPlus-Ticket starten. Die Notwendigkeit dieser Initiative auch für die Schwalm-Nette-Bahn hat die jüngste Panne (Kontrolleure setzen zwei Kinder am Bahnhof Arbeck aus) erneut gezeigt.
Sozialticket
Einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger werden durch massive Preissteigerungen in allen Lebensbereichen zunehmend von einer angemessenen Mobilität abgekoppelt. Jenseits aller Fragen der Wirtschaftlichkeit muss auch bei den öffentlichen Verkehrsunternehmen ein Stück sozialer Kompetenz übernommen werden. Das sie das können, zeigen solche Angebot wie das „Bärenticket“ für Senioren im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr VRR. Für 60 Euro im Monat können sämtliche VRR-Bus- und Bahnangebote zwischen Dortmund und Düsseldorf in der der Ersten Klasse genutzt werden. Den normalen Fahrgästen – auch denen mit absolut geringsten Einkünften – kostet ein vergleichbares Angebot 152,95 Euro monatlich. Das Angebot zeigt, dass die Einführung eines Sozialtickets nicht nur machbar sondern jetzt aktuell als Unterstützung für die Menschen mit den geringsten Einkünften auch geboten ist.
Mehr Freiräume für Kinder
Kinder wachsen heute nur noch in geschützten Räumen auf. Vorbei sind die Zeiten, in denen Jungen und Mädchen auf sich alleine gestellt durch Wälder, Bäche und Wiesen streifen konnten. Das Sicherheitsbedürfnis der Eltern hat der Bewegungsfreiheit einen Riegel vorgeschoben. Hatten Kinder vor 20 Jahren noch einen Spielradius von 20 Kilometer, sind es heute allenfalls noch 4 Kilometer. Diese Beschränkung – der amerikanische Kinderpsychologe Mark Francis spricht sogar von einer „eingesperrten Kindheit“ – wirkt sich unmittelbar auf die Persönlich-keitsentwicklung der Kinder aus. Weil den Kindern die Möglichkeit fehlt, die Welt spielerisch mit Gleichaltrigen auf eigene Faust zu entdecken, leidet die kindliche Kreativität. Statt selber Spiele zu erfinden, lassen sich viel auf die Spiele am Computer ein. Zudem übertragen sich die elterliche Ängste - Erziehungsunsicherheiten, Förderungsstress, diffuse Zukunftsängste - auf den Nachwuchs. Damit sich die Pharmaindustrie und die Kindersicherheitsindustrie nicht freuen können, müssen wir in Wegberg den Kindern und Jugendlichen Freiflächen und Spielflächen zu Verfügung stellen.






