PFAS in Wegberger Baugebieten: Klare Fakten, keine Panik: Wir sind für Gesundheit vor Vermarktung

Statement der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Wegberg

In den Baugebieten Helpensteiner Straße und Wohnen an der Schwalm (Venloer Straße) wurden Bodenwerte gemessen, die teilweise über den aktuell gängigen PFAS-Grenzwerten für Wohnbebauung liegen. Stadtverwaltung und Kreis Heinsberg erarbeiten derzeit gemeinsam, wie damit weiter umgegangen wird.

Proaktiv prüfen ist richtig

Wir sehen es als richtig an, dass die Stadt selbst beprobt hat, statt das Thema auszusitzen und potentielle Gesundheitsschäden in Kauf zu nehmen. Genau das ist die Aufgabe einer verantwortungsvollen Verwaltung.

PFAS ist kein Wegberger Sonderproblem

Die Belastungen sind über Jahrzehnte aus vielen Quellen entstanden. Auch unter anderem rund um Flughäfen und vermutlich durch das großflächige Auftragen von Klärschlämmen in der Landwirtschaft. So gut wie jede Kommune in Deutschland teilt dieses Erbe. Der Unterschied ist nur: Wegberg hat proaktiv beprobt. Genau deshalb wissen wir jetzt, wo wir stehen.

Was wir wissen und was nicht

  • Trinkwasser: Das Trinkwasser im gesamten Wegberger Stadtgebiet wurde beprobt und ist komplett unbedenklich.
  • Böden: In den Baugebieten Helpensteiner Straße und Wohnen an der Schwalm liegen Werte teilweise über den aktuell gängigen Grenzwerten. Aber auch hier sind nur manche Grundstücke betroffen.
  • Private Brunnen: Hier könnten potentielle Belastungen vorliegen. Wer einen Brunnen nutzt, sollte diesen optimalerweise beproben lassen.

Wo Bürgerinnen und Bürger Antworten bekommen

Der Kreis Heinsberg hat auf seinen Seiten FAQs zum Thema PFAS veröffentlicht. Konkrete Rückfragen können direkt an die Stadtverwaltung Wegberg gerichtet werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die Informationen verständlich, niedrigschwellig und digital zugänglich bleiben.

Vermarktung anhalten, bis Klarheit besteht

Sobald die Verwaltung die Sachlage sortiert hat, wird der Rat das weitere Vorgehen abstimmen. Bis dahin halten wir es für richtig, die Vermarktung der betroffenen Grundstücke auszusetzen so lange, bis klar ist, was getan werden muss, damit dort unbedenklich gebaut und gewohnt werden kann. Gesundheit geht vor Vermarktungstempo.

Bund und Land in die Pflicht nehmen

PFAS sind eine bundesweite Altlast. Es darf nicht sein, dass die Kommunen mit Kosten und Verantwortung allein gelassen werden, wenn die Ursachen aus Jahrzehnten zurückliegender Praxis stammen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Bund und Land hier konsequent unterstützen.

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