Kühlen Kopf bewahren: Die Grünen Wegberg legen umfassendes Maßnahmenpaket für den Hitzeschutz vor

Extreme Hitze ist längst auch in Wegberg angekommen. Heiße Tage und längere Trockenperioden nehmen zu und stellen insbesondere ältere Menschen, Kinder, chronisch Erkrankte und Menschen, die im Freien arbeiten, vor große gesundheitliche Herausforderungen. Gleichzeitig leiden Bäume, Grünflächen und der öffentliche Raum unter den Folgen des Klimawandels.

Deshalb haben wir für die kommende Sitzung des Ausschusses für Bauen, Klima, Umwelt, Stadtentwicklung, Mobilität & energetische Infrastruktur ein umfassendes Maßnahmenpaket für den kommunalen Hitzeschutz vorgelegt. Es besteht aus einem Hauptantrag zur Erstellung eines kommunalen Hitzeaktionsplans sowie fünf weiteren Anträgen mit konkreten Maßnahmen.

Ein Hitzeaktionsplan als Grundlage

Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einem Hitzeaktionsplan für die Stadt Wegberg. Er soll die Grundlage dafür schaffen, dass Verwaltung, Schulen, Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste und weitere Akteure künftig besser auf Hitzewellen vorbereitet sind. Ziel ist es, Zuständigkeiten festzulegen, Warnketten aufzubauen und besonders gefährdete Menschen besser zu schützen.

Ein Hitzeaktionsplan ist dabei kein Selbstzweck. Er bündelt bereits vorhandene Aktivitäten, schafft klare Abläufe und sorgt dafür, dass Hitzeschutz dauerhaft Bestandteil kommunaler Planung wird.

Fünf konkrete Maßnahmen für mehr Hitzeschutz

Neben dem Hitzeaktionsplan schlagen wir fünf Maßnahmen vor, die den Hitzeschutz in Wegberg Schritt für Schritt verbessern können.

Mehr Grün statt Hitzeinseln

Verkehrsinseln, Kreisverkehre und Grünstreifen sollen dort, wo es möglich ist, klimaangepasst begrünt werden. Gleichzeitig möchten wir zusätzliche Baumstandorte schaffen und versiegelte Flächen entsiegeln. Mehr Stadtgrün sorgt für Schatten, verbessert das Mikroklima und hilft dabei, Regenwasser in der Fläche zu halten.

Kühle Orte schaffen

Nicht jeder hat an heißen Tagen die Möglichkeit, sich zu Hause ausreichend vor der Hitze zu schützen. Deshalb möchten wir gemeinsam mit Kirchengemeinden, Vereinen und anderen Einrichtungen ein Netz sogenannter „Kühler Orte“ aufbauen. Dort sollen Menschen während einer Hitzewelle kostenlos Schutz finden – ohne Konsumzwang.

Öffentliche Trinkwasserstellen ausbauen

Ausreichend zu trinken ist an heißen Tagen lebenswichtig. Deshalb schlagen wir vor, an zentralen Orten öffentliche Trinkwasserstellen einzurichten und dabei die aktuell verfügbaren Förderprogramme von Land und Bund zu nutzen.

Stadtbäume erhalten

Bäume sind die wirksamsten natürlichen Klimaanlagen einer Stadt. Damit sie diese Aufgabe auch künftig erfüllen können, sollen insbesondere junge und gefährdete Stadtbäume in Trockenzeiten gezielt bewässert werden. Ergänzend schlagen wir Baumpatenschaften vor, bei denen Bürgerinnen und Bürger den Erhalt des Stadtgrüns unterstützen können.

Verantwortungsvoll trotz schwieriger Haushaltslage

Die finanzielle Situation der Stadt Wegberg ist angespannt. Deshalb haben wir alle Anträge so ausgestaltet, dass sie den städtischen Haushalt möglichst wenig belasten. Zahlreiche Maßnahmen können mit bestehenden Förderprogrammen von Land und Bund umgesetzt werden. Andere erfordern vor allem organisatorische Verbesserungen oder bauen auf bereits vorhandenen Strukturen auf.

Aus unserer Sicht ist Vorsorge nicht nur sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich. Schäden durch Hitze zu begrenzen und frühzeitig zu handeln ist langfristig günstiger, als später auf immer größere Herausforderungen reagieren zu müssen.

Hitzeschutz ist eine Daueraufgabe

Uns ist bewusst, dass unsere Anträge die Folgen des Klimawandels nicht vollständig lösen werden. Sie sollen den Anfang machen.

Wir verstehen dieses Maßnahmenpaket als Einstieg in eine langfristige Strategie, mit der Wegberg Schritt für Schritt widerstandsfähiger gegen extreme Hitze wird. Dazu gehören eine klimaangepasste Stadtentwicklung, mehr Grün im öffentlichen Raum, der Schutz besonders gefährdeter Menschen und eine bessere Vorbereitung auf künftige Hitzewellen.

Die Herausforderungen werden in den kommenden Jahren weiter wachsen. Umso wichtiger ist es, heute die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Unser Ziel ist klar: Wegberg soll auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt bleiben – selbst dann, wenn heiße Sommer zur Normalität werden.

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